Gemeinde Untrasried

Am Donnerstag, 04.02.2010, findet um 20 Uhr im Sitzungssaal in Hopferbach eine öffentliche und nichtöffentliche Sitzung des Gemeinderates statt.

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Pfarrkirche St. Sebastian

Die Pfarrkirche St. Sebastian (Patroziniumsfeier 20. Januar) liegt auf einer Anhöhe inmitten des Dorfes. Das Äußere ist schlicht, aber markant. "Die Pfarrkirche ist ein spätgotischer Bau der im 17./18. Jahrhundert umgestaltet wurde. Die Kirche gehört zu dem ältesten Besitz des Klosters Kempten".

St. Sebastian
Deckengemälde Langhaus v. Linus Seif 1775

Geschichte der Kirche

771-783 Untrasried besaß schon sehr früh eine Kirche und war Pfarrei. Die Pfarrei lag im Gebiet der sog. "Grafschaft Kempten". Dieses Gebiet schenkte vermutlich Hildegard, die 2. Ehefrau Karls des Großen, in der Zeit von 771-783 dem jungen Kloster Kempten. Es erhielt dadurch den Charakter eines königlichen Eigenklosters. Ihr Sohn Ludwig der Fromme hat die 833 bestätigt.

1167 erhielt die Kirche, wie damals mehrere Kirchen in der Umgebung, von Abt Isegrim aus Ottobeuren Reliquien aus Köln unter der Bedingung, "daß die Untrasrieder am Dienstag in der Bittwoch einen Bittgang nach Ottobeuren halten unter Vorantragung des Kreuzes". Bis zum Jahr 1710 wurde das Versprechen auch jährlich eingehalten, später dann bis 1921 nicht mehr regelmäßig.

1301 wird die "Pfarrei Untrazried" mit dem Namen "Friedrich Scriptor" in einer Urkunde in Memmingen genannt. In der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde die Kirche umgebaut und vergrößert im gotischen Stil, noch zu sehen bei den Strebepfeilern an den Außenseiten der Kirchen und bei den Spitzbogen im Chor.

1633 Während des 30-jährigen Krieges wurde halb Untrasried und auch die Kirche zerstört. Der Neubau stand bis ins 18. Jahundert im gleichen gotischen Stil.

1714 schreibt der damalige Pfleger von Liebenthann, Herr von Stuben, über die Kirche von Untrasried: "Ist ein feines Gebäude, davon der Chor gewölbt, das Langhaus aber mit einer sauberen Decke und Täfer versehen. Hat drei feine Altäre und einen festen hohen Turm, worauf ein fein Geläut besteht in vier Glocken, wovon die größte 18 Zentner wiegen soll..."

1774/75 wurde die Kirche barockisiert.

1775
Der Chor wurde renoviert, die Fenster geändert und mit Rundbogen versehen. Der Chor und das Langhaus erhielten Gemälde und Stuckverzierung (Joh. Georg Wirth, Kempten). Die Holztäferdecke im Langhaus wird abgerissen und durch eine Putzdecke ersetzt. Hofmaler Linus Seif aus Kempten war der Künstler, dessen Farben heute noch leuchten wie vor 200 Jahren.


1955
Innenrenovierung. Bei der Renovierung der Kirche 1955/56 wurden die Gemälde lediglich mit Brotrinde abgerieben.


1981
Außenrenovierung der Kirche St. Sebastian.

Der Hochaltar des Memminger Bildschnitzers Hans Thoman