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Geschichte der
Kirche
771-783 Untrasried
besaß schon sehr früh eine Kirche und war Pfarrei. Die Pfarrei lag im
Gebiet der sog. "Grafschaft Kempten". Dieses Gebiet schenkte vermutlich
Hildegard, die 2. Ehefrau Karls des Großen, in der Zeit von 771-783 dem
jungen Kloster Kempten. Es erhielt dadurch den Charakter eines königlichen
Eigenklosters. Ihr Sohn Ludwig der Fromme hat die 833
bestätigt.
1167 erhielt die
Kirche, wie damals mehrere Kirchen in der Umgebung, von Abt Isegrim aus
Ottobeuren Reliquien aus Köln unter der Bedingung, "daß die Untrasrieder
am Dienstag in der Bittwoch einen Bittgang nach Ottobeuren halten unter
Vorantragung des Kreuzes". Bis zum Jahr 1710 wurde das Versprechen auch
jährlich eingehalten, später dann bis 1921 nicht mehr
regelmäßig.
1301 wird die
"Pfarrei Untrazried" mit dem Namen "Friedrich Scriptor" in einer Urkunde
in Memmingen genannt. In der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde die
Kirche umgebaut und vergrößert im gotischen Stil, noch zu sehen bei den
Strebepfeilern an den Außenseiten der Kirchen und bei den Spitzbogen im
Chor.
1633 Während des
30-jährigen Krieges wurde halb Untrasried und auch die Kirche zerstört.
Der Neubau stand bis ins 18. Jahundert im gleichen gotischen
Stil.
1714 schreibt der
damalige Pfleger von Liebenthann, Herr von Stuben, über die Kirche von
Untrasried: "Ist ein feines Gebäude, davon der Chor gewölbt, das Langhaus
aber mit einer sauberen Decke und Täfer versehen. Hat drei feine Altäre
und einen festen hohen Turm, worauf ein fein Geläut besteht in vier
Glocken, wovon die größte 18 Zentner wiegen
soll..."
1774/75 wurde die
Kirche barockisiert.
1775 Der
Chor wurde renoviert, die Fenster geändert und mit Rundbogen versehen. Der
Chor und das Langhaus erhielten Gemälde und Stuckverzierung (Joh. Georg
Wirth, Kempten). Die Holztäferdecke im Langhaus wird abgerissen und durch
eine Putzdecke ersetzt. Hofmaler Linus Seif aus Kempten war der Künstler,
dessen Farben heute noch leuchten wie vor 200
Jahren.
1955 Innenrenovierung.
Bei der Renovierung der Kirche 1955/56 wurden die Gemälde lediglich mit
Brotrinde abgerieben.
1981
Außenrenovierung der Kirche St. Sebastian. |